9. Oktober 2016 Jonas

Online-Marketing auf dem Weg ins Web 3.0 – Teil 1

Das Web 3.0 ist bereits in vollem Gange – so viel steht fest. Doch worum geht es dabei eigentlich und vor welchen neuen Herausforderungen steht das Online-Marketing? In den letzten Monaten hört man aus Fachkreisen der Programmierung viel über das semantische Internet und das Web 3.0. Neue Elemente aus HTML5 wie z.B. die „itemprops“ und ähnliche Beschreibungen im Quellcode tauchen überall auf. Kommt hier eine weitere grundlegende Änderung des Internets auf uns zu? Vielleicht sogar in der Art wie die Veränderung von Web 1.0 auf 2.0. – oder ist das nur viel Hype um wenig Substanz?

In diesem ersten Teil der Serie “Online-Marketing auf dem Weg ins Web 3.0″ beschäftigen wir uns mit der Historie und dem aktuellen Zustand unserer virtuellen Umgebung im Internet. Um die anstehende Entwicklung zu verstehen, muss man zunächst etwas auf die Geschichte des Internets zurückblicken.

Die digitalen 90er – Content in der Einbahnstraße

Während der Anfänge des World Wide Web, die heute nachträglich als Web 1.0 bezeichnet werden, wurden die Inhalte der Webseiten (der Content) fast ausschließlich von den Betreibern verfasst. Die Besucher des Internets befanden sich in der Rolle der Konsumenten. Die Unternehmen publizierten Content in Form von Text und Bild auf ihren Online-Präsenzen und die Netzgemeinde las und klickte. In den meisten Fällen waren die Inhalte auf den Webseiten damals ein Abbild der Unternehmensbroschüren. Die Ansprüche der Online-Surfer der späten 90er-Jahre waren nicht gerade hoch. Auch ihre Zahl war verhältnismäßig gering. Nur ca. vier Millionen Menschen waren 1997 in Deutschland im Internet unterwegs.

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Web 2.0 – neue Perspektiven, mehr Online-Marketing

Die nun folgende technische Entwicklung ließ Schritt für Schritt immer mehr Interaktivität zu. Vor ungefähr zehn Jahren dann wurde der Internetnutzer mit ins inhaltliche Boot geholt. Ende des Jahres 2003 erwähnte ein Autor in einem amerikanischen IT-Fachmagazin mit dem Artikel „2004 – The Year of Web Services“ den Begriff Web 2.0 zum ersten Mal. Seither entwickelt sich das Netz, wie wir es kennen, in eine neue Richtung. Heute werden viele Inhalte von Internetnutzern selbst erstellt und kommentiert. Die Blogtechnologie bietet ambitionierten Schreibern eine Plattform, die in wenigen Klicks und ohne Kosten erstellt werden kann. Soziale Netzwerke bestehen fast ausschließlich aus den Bildern und Textbeiträgen der Mitglieder. Es wird “gepostet”, “gelikt” und “geteilt”, was das Zeug hält.

„Facebook ist, obwohl eine der schlechtesten und unübersichtlichsten Webseiten der Welt, zugleich auch eine der erfolgreichsten“, wie ein führender Google-Mitarbeiter einst verlauten ließ.

Der Inhalt der Beiträge bei Facebook und Co. beschränkt sich dabei zumeist auf das Persönliche, Humoristische oder Skurrile. In einem anderen Bereich sorgen Technologien wie das Cloudcomputing, Peer-to-Peer-Plattformen oder Bittorrent-Server für Daten, die von Nutzern ins Netz gestellt werden und von anderen abrufbar sind.

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Ganze Portale beschäftigen sich mit der Bereitstellung von privaten Filmen (Youtube, Vimeo) oder Bildern (Flickr, Pinterest, Instagram) und beginnen den klassischen elektronischen Massenmedien wie Fernsehen und Radio ernsthaft Konkurrenz zu machen. Hinzu kommen viele weitere Möglichkeiten, wie z.B. Internetforen oder Kommentierfunktionen, die es leicht machen, seinen “Senf” zu jedem Thema mehr oder weniger anonym dazuzugeben.

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Content-Marketing wird wichtiger: Information einfach zugänglich machen

Soweit der Status quo. Doch wo soll es hingehen? Wie findet man sich im immer dichter werdenden Netz zurecht? Wie reagiert der User auf Informationen, die er nun im Überfluss erhält und die qualitativ sehr unterschiedlich sind? Was passiert eigentlich mit den ganzen Daten, die in den sozialen Netzwerken gesammelten werden?
Einige dieser Fragen lassen sich leicht beantworten. Wer heute im Internet unterwegs ist, weiß ziemlich genau, was er will. Er erwartet, dass er das geboten bekommt, wonach er sucht. Die Schwellengrenze zur Langeweile ist extrem niedrig und schon bei geringer Orientierungslosigkeit oder Anstrengung verlässt der User die Webseite. Die nächste Seite ist nur einen Klick entfernt – der Besucher zieht weiter. Wer auf einen Link klickt, der nicht genau zum dem Ergebnis führt, das er versprochen hatte, wird nicht lange auf der Zielseite bleiben und intensiv danach suchen. Nichts nervt einen User mehr als Langeweile. Nach dem landesweiten Burn-out-Syndrom droht nun der Bore-out. Selbst das Durchscrollen der eigenen Facebook-Neuigkeiten wird für manchen zur ständigen Wiederholung der immer gleichen Meldungen. Wenn auch in abgewandelter Form, so ist doch der Tenor hier sehr ähnlich.

Aufgrund der unermesslichen Datenfülle wird es immer wichtiger, dass alle Informationen – ganz gleich, ob in Social Networks oder auf Unternehmenswebseiten – für den Besucher wirklich relevant sind und interessant aufbereitet werden. Gut recherchierte Inhalte, ein ansprechendes Layout, hochwertige und aussagekräftige Bilder – das sind die Zutaten, aus denen die Beiträge bestehen, bei denen die Nutzer verweilen. Eine sinnvolle Navigation und eine einfache Bedienbarkeit gepaart mit hoher Benutzerfreundlichkeit und sinnvollen Klickaufforderungen sind Bedürfnisse, die der moderne Surfer im Internet hat. Nur dann beschäftigt er sich so lange mit den Inhalten, dass diese ihre Wirkung auch entfalten können.

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Ganzheitliches Online-Marketing – Kommunikation ohne Worte

Zusätzlich funktioniert jede Sekunde auf der Online-Präsenz seiner Wahl die nonverbale Kommunikation mit dem User. Auf diese Weise überträgt der Betreiber einer Webseite allein über Elemente wie Farbgebung, Bildanordnung und -qualität sowie Layout und Gestaltung eine Stimmung an den Nutzer. Er leistet einen wichtigen Imagetransfer seines Unternehmens auf den Betrachter.

So weit, so gut – in der Theorie funktioniert das wunderbar. Auf Online-Präsenzen großer Marken und Unternehmen ist diese Theorie längst auch in die Praxis umgesetzt: Hier werden wir stimmungsvoll in Empfang genommen, mit wertvoller Information versorgt und haben es leicht, uns zurechtzufinden. Mit Emotion und Information beseelt verlassen wir die Seiten und ziehen weiter unseres Weges in der virtuellen Welt. Wohlwissend, dass Coca Cola, Mercedes Benz oder Apple onlinetechnisch alles im Griff haben – auch uns.

Lesen Sie auch den zweiten Teil der Serie „Auf dem Weg ins Web 3.0“ hier: Teil 2: Auf dem Weg ins Web 3.0 – Der Wert der Bedeutung

 

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