10. Januar 2017 Stefan Neumann

Online-Marketing – Was ist das eigentlich? Teil 2: Offpage-Optimierung

Um einer Suchmaschine klarzumachen, dass die eigene Webseite wichtig ist und zu einem bestimmten Thema besonders gut passt, waren lange Zeit Verweise (Backlinks oder Inboundlinks) von anderen Webseiten, insbesondere von Webverzeichnissen von Bedeutung. Google und Co. bewerteten und rankten Webseiten mit vielen Links von anderen Webseiten besser als solche mit weniger oder gar keinen Backlinks. Das führte dazu, dass in den Anfängen der Suchmaschinenoptimierung tonnenweise solcher Backlinks auf sogenannten „Linkfarmen“ gekauft wurden. Diese standen gern auch mal in Togo oder Usbekistan und verfälschten die Positionierung der Suchergebnisse damals enorm. Doch die Suchmaschinen kamen schnell dahinter und im Zuge der Updates mit den klangvollen Tiernamen wie z.B. Panda, Penguin oder Hummingbird war es vorbei mit der Schummelei. Webseiten, die solche Praktiken des Massenlinkaufbaus praktizierten, stürzten damals ins Bodenlose ab.

Gute und saftige Backlinks

Doch trotzdem ist ein Linkaufbau (Linkbuilding oder Linkmanagement) auch in diesen Tagen noch sinnvoll. Insbesondere, wenn diese Links auch genutzt werden und Besucher darüber auf die Webseite geführt werden und dort bleiben. Die sogenannte „Webreputation“ erzeugt Schritt für Schritt eine positive Spur im Internet.

 

  • Linkaufbau in Verzeichnissen
    Es gibt nach wie vor sinnvolle Verzeichnisse, die das Auffinden von Webseiten außerhalb der Suchmaschinen vereinfachen. Die Seiten www.telefonbuch.de oder www.gelbeseiten.de sind Beispiele dafür. Es gibt aber noch viele andere Webverzeichnisse, die eine vernünftige Katalogisierung von Webseiten anbieten und über die tatsächlich auch Besucher auf die angeschlossenen Webseiten gelangen.

 

  • Externer Linkaufbau auf externen Seiten/Blogs
    Wer auf seiner Webseite wertvolle Informationen wie zum Beispiel Hintergrundwissen oder Forschungsergebnisse, Tests oder Statistiken veröffentlicht, kann das artverwandten Webseiten und Online-Blogs mitteilen und sie darum bitten, einen Beitrag dazu zu veröffentlichen. Meist enthält ein solcher einen Link zum eigenen Inhalt auf der Webseite und Besucher, die sich dafür interessieren, folgen diesem Link und erfahren dort mehr. Diese Links nennt man „juicy“ und meint damit, dass sie nicht tot irgendwo herumliegen, sondern geklickt werden. Auch die Suchmaschinen bemerken die Saftigkeit dieser Backlinks und bewerten dies positiv beim Ranking auf der SERP.

 

  • Social Media – Facebook, Google+ und Co.
    Auf den sozialen Netzwerken wird gelikt und geteilt (like und share), was das Zeug hält. Von Katzenbildern über lustige Videos bis zu Tagesweisheiten halten die Social Networks einiges parat – teils von sehr zweifelhafter Qualität. Doch neben Humor und Hassparolen gibt es dort auch die Möglichkeit, auf Wissenswertes auf der eigenen Webseite hinzuweisen. Hat man als Webseitenbetreiber also etwas Interessantes herausgefunden und auf seiner Internetseite veröffentlicht, kann man diesen Link dorthin auch auf einem Netzwerk veröffentlichen (posten). Meist versehen mit einem Bild oder Filmchen kann der Link von interessierten Mitgliedern der Gemeinschaft (community) angeklickt werden, wodurch diese auf die eigene Webseite geleitet werden. Auf diese Weise kann man Wissenswertes auf der eigenen Webseite unter die Leute bringen. Auch die Suchmaschinen bewerten diese Impulse aus den Sozialen Netzwerken (Social Signals) positiv. Wie stark sie das tun, ist allerdings umstritten. Schaden kann eine gepflegte Google+- oder Facebook-Unternehmensseite allerdings nicht.

 

Auch beim Thema Offpage-Optimierung liegen die Lösungen zur Verbesserung auf der Hand. Wer vernünftiges und stetiges Linkbuilding betreibt und gut besuchte Webverzeichnisse oder Bewertungsportale pflegt oder passende Partnerwebseiten verlinkt, der macht bereits einiges richtig. Sinnvolle und einzigartige Inhalte auf der eigenen Webseite sind nicht nur für die Besucher dort interessant, sondern können über geeignete externe Webseiten oder Soziale Netzwerke einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden. Das bringt mehr Leben (Traffic) auf die eigene Internetseite und auch die Suchmaschinen bewerten dies positiv und ranken das Suchergebnis vielleicht einige Plätze vor dem Wettbewerber. Und darum geht es ja bei der Suchmaschinenoptimierung. Kein Voodoo oder Blackmagic, sondern sinnvolle Verbesserungen auf der eigenen Webseite oder extern, die dem Suchenden ein besseres Ergebnis zu seiner Anfrage präsentieren. Das wollen die Suchmaschine, aber vor allen Dingen auch die User am Bildschirm.

 

Sichtbar machen und verfolgen (Monitoring und Tracking)

Screenshot vom Xovi-Tool, angezeigt werden Graphen zur Entwicklung der OVI, der Keywords und der Rankings im Verlauf.

Ausschnitt aus dem Xovi-Tool. Hier Verlauf des OVI, der Keywords und der Rankings verschiedener Kfz-Werkstätten innerhalb von drei Jahren.

 

Die oben beschriebenen Dinge sind keine Geheimnisse, sondern die Erfahrungen aus unserer eigenen täglichen Arbeit und derer unserer Partner und Wettbewerber. Wer sich heute für SEO entscheidet – und das sollte in meinen Augen jeder Betreiber einer ernstzunehmenden Webseite – sollte allerdings auch immer überwachen  (lassen), was dort passiert. Verschiedene kostenlose und kostenpflichtige Programme oder Tools (z.B. Google Analytics, Google Webmaster Tools, XOVI, Sistrix usw.) machen die Bewegungen auf der eigenen Webseite oder im Internet sichtbar.

Nur wer das regelmäßig kontrolliert, kann auf Ereignisse und Entwicklungen reagieren und den Inhalt seiner Seite den Anforderungen von Besuchern und Suchmaschinen anpassen. Das gilt natürlich auch für die Dinge, die auf externen Webseiten passieren und mit denen die eigene Seite verbunden (verlinkt) ist. Wer nicht immer wieder nachsieht, wie sich die Dinge und Besucherbewegungen entwickeln, der agiert blind. Das ist weder im echten Leben noch im Internet von Vorteil und kann zu sehr bösen Überraschungen führen. Beobachtung ist gut. Die Verbesserungen, die man daraus ableitet, sind existenziell für die positive Entwicklung einer Webseite  und sollten unbedingt genutzt werden.