29. Juli 2015 Miriam

Was weiß Google über mich?

Im Selbstversuch: Was weiß Google über mich, wie finde ich es heraus und was kann ich dagegen unternehmen?

„Google speichert wahrscheinlich alles über dich“, hieß es immer. Dieses „alles“ war sehr nebulös und das „wahrscheinlich“ sowieso. Nun durchdringt etwas Licht den Nebel, denn Google hat seine Datenschutzeinstellungen vereinfacht. Die neue Transparenz ist ein Resultat des öffentlichen Drucks. Google hat reagiert, denn Google will niemanden verprellen und Google gibt sich gern freundlich – oder „googly“, wie es unternehmensintern heißt.

Wie Google mich sieht – das Ratespiel

Diese Freundlichkeit begegnet mir gleich zu Beginn meines Selbstversuchs. Ich teste den hier und da veröffentlichten Link, unter dem ich sehen kann, wie Google mich einschätzt. Ich erfahre, dass ich wahrscheinlich zwischen 18 und 34 Jahre alt bin. Das ist keineswegs unfreundlich. Mein bisheriges Suchverhalten und die Nutzung der Google-Dienste führen weiterhin zu dem Ergebnis, dass ich männlich bin. Das ist allerdings falsch. Vielleicht habe ich mich in letzter Zeit zu viel mit Google beschäftigt? Vielleicht tut eine Frau so etwas nicht?

Das Ratespiel – wie Google mich sieht – finde ich zwar recht unterhaltsam, ich kann es aber auch unterbinden, indem ich die „interessenbezogenen Anzeigen“ deaktiviere. Dies ist ein erster Schritt in Sachen Privatsphäre. Sowohl Nutzer von Google+ als auch Menschen ohne Google-Konto haben so die Möglichkeit, ihre Daten ein Stück weit zu schützen und unbeobachteter zu surfen.

Was Google über mich weiß – das Dashboard

Im zweiten Schritt möchte ich herausfinde, was Google wirklich über mich weiß und wie ich diese Daten gegebenenfalls löschen kann. Ich begegne auf allen möglichen Portalen dazu geeigneten Links. Sie funktionieren und ich erreiche die Sichtbarkeitseinstellungen für Google. Allerdings erscheint mir das auf Dauer umständlich – in Focus- oder Spiegel-Artikeln stöbern und klicken zu müssen, um meine Privatsphäre zu schützen! Ich würde lieber direkt in meinem Google-Konto agieren.

In diesem bin ich bereits eingeloggt und suche nun das von Google für weitere Privatsphäreneinstellungen zur Verfügung gestellte „Dashboard“. Ich finde es schließlich über die Hilfe-Funktion meines Kontos.

Das „Google Dashboard bietet Transparenz und Kontrolle über die mit Ihrem Google-Konto verknüpften Daten.“, heißt es in der Google-eigenen Beschreibung und tatsächlich sehe ich hier alle genutzten Google-Dienste aufgeführt, deren Einstellungen über nebenstehende Links erreichbar sind.

Screenshot Google Konto anpassen

Die Kontrolle der Daten

Ich kann meine Suchverlaufeinträge löschen wie auch den Wiedergabeverlauf und den Suchverlauf bei Youtube. Das kann sehr nützlich sein, gerade in Beziehungen. Nach weiterem Herumprobieren finde ich – wieder nur in der „Hilfe“-Funktion – den Link zu den Geräteinformationen. Ich kann Geräten, Apps und Websites den Zugriff auf mein Google-Konto verwehren. Nun gebe ich den Suchbegriff „Standort“ ein und gelange problemlos zu der Seite, auf der festgehalten wird, wo ich mich wann aufgehalten habe. Auch diese Daten kann ich teilweise oder ganz löschen. Der kleine Haken: „Die Website für den Standortverlauf ist in Korea nicht verfügbar.“ Stört mich nicht großartig, dennoch bin ich nicht ganz zufrieden.

Wo finde ich was?

Ich kann zwar um einiges kontrollierter surfen und fühle mich Google nicht mehr völlig ausgeliefert, doch das Ganze verlief mir zu konfus. Viele der Einstellungen gibt es schon länger und seit Neustem sind sie gebündelt. Doch wo? Mir bleibt das leider so lange rätselhaft, bis ich einen nützlichen Artikel finde – ohne Linksammlung, mit einem simplen, konkreten Hinweis.

Und so geht’s: Alle Einstellungen und Personalisierungsmöglichkeiten finde ich in meinem Account unter „Mein Konto“. Hier kann ich mein „Google-Konto anpassen und schützen. Alles an einem Ort“.

Es öffnet sich ein Fenster mit drei Spalten. Links finde ich die Rubrik „Anmeldung und Sicherheit“, unter der sich alle oben beschriebenen Einstellungen bezüglich der Geräte, Apps und Websites verbergen. In der Mitte sehe ich relativ selbsterklärend die Möglichkeit, die Privatsphäre zu schützen. Zu beiden Themen, Sicherheit und Privatsphäre, wird jeweils untenstehend auch ein „Check“ angeboten.

Surfer ohne Google-Konto erreichen ihre Einstellungsmöglichkeiten übrigens unter dem Link: https://myaccount.google.com/intro

So einfach ist das also. Wieso sucht man bei Google eigentlich immer so lange herum?