2. November 2016 Stefan Neumann

Online-Marketing auf dem Weg ins Web 3.0 – Teil 2: Der Wert der Bedeutung

Eine Webseite hat doch jeder. Stimmt soweit, aber was sieht man denn da? Und wird man überhaupt gefunden? Inzwischen machen Selbstbaukästen, HTML-Templates und WordPress-Themes das Erstellen einer Internetseite zum Kinderspiel. Leider sehen viele Seiten auch so aus und das Auffinden mancher Webseiten über Suchmaschinen gleicht dem Topfschlagen auf Kindergeburtstagen – nur dass niemand „heiß“ oder „kalt“ ruft. Ist es denn wirklich so schwierig, eine vernünftige Internetseite zu haben?

Im zweiten Teil der Serie „Online-Marketing auf dem Weg ins Web 3.0“ schauen wir auf das, was wir finden, wenn wir bei Suchmaschinen unsere Wünsche eingeben. Und wir beantworten die Frage, warum es so schwer ist, eine sinnvolle Webseite zu betreiben.

“Ach und Weh” – wenn Programmierung, Webdesign und Content-Marketing nicht zusammenpassen

Wenn man die Internetseiten kleiner und mittelständischer Unternehmen betrachtet, lässt das an den Möglichkeiten moderner Online-Präsenzen oft zweifeln. Da liegt noch einiges im Argen und es besteht akuter Handlungsbedarf. Immer noch ist die Mehrzahl regionaler Unternehmen mit Uraltseiten des Strickmusters „Navi oben links – Inhalt in Times daneben“ unterwegs. Doch die Internetnutzer werden immer ungnädiger, was das Angebot im Netz betrifft. Denn inzwischen haben sie sich an Technik und Erscheinungsbild moderner Seiten gewöhnt und einen gewissen Anspruch an Darstellung und Funktionalität entwickelt – auch wenn die Messlatte bei der Betrachtung der Webseiten der KMUs, sprich kleiner und mittlerer Unternehmen der Region, deutlich niedriger hängt als bei den Global Playern. Doch niemand möchte sich mehr durch eintönige Texte über die Geschichte des Unternehmens unter “Wir über uns” quälen, wenn er eigentlich nur die Kontaktdaten oder das Leistungsspektrum sucht. Auch Marketingphrasen und Lobeshymnen über den vollkommenen Fachbetrieb, der ausschließlich zum Wohle des Königs Kunden arbeitet und nur dessen Zufriedenheit im Sinn hat, stoßen auf wenig Begeisterung. Aussagelose und oft schlecht belichtete Bilder – gern mit dem Smartphone aufgenommen – prägen viele Internetauftritte der Betriebe aus dem Mittelstand. Zudem sind viele Seiten in technischen Methoden programmiert, die modernen Standards nicht mehr entsprechen. Weder Menschen noch Maschinen wollen oder können das Lesen. Frust statt Begeisterung und Orientierungslosigkeit statt Benutzerfreundlichkeit hinterlassen beim Besucher vieler lokaler Seiten kein gutes Gefühl.

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Dabei haben regionale Fachbetriebe, Hersteller oder Dienstleistungsunternehmen oft einiges zu erzählen. Gerade kleine Unternehmen haben Spezialitäten, Handarbeit oder Sonderanfertigungen im Portfolio, die große Konzerne nicht bieten können. Viele Betriebe kleinerer Größenordnung achten auf ethische und moralische Grundsätze, kaufen echte Bioware aus der Region ein oder beherrschen traditionelle Herstellungsmethoden. Ihr Problem ist allerdings die Kommunikation dieser Information an ihre Zielgruppen. Ideal wäre da eine ansprechende Webseite mit den oben beschriebenen Anforderungen, die bei den Suchmaschinen auch gut gefunden wird. Diese erscheint aber den meisten kleinen Unternehmen kaum bezahlbar. Dabei wäre das eine deutlich bessere Investition als Werbung in den klassischen Printmedien. Immerhin ist heute fast jeder Bundesbürger online. Im Jahr 2012 wurden ca. 53 Millionen Menschen* gezählt, die regelmäßig im Internet surfen. Laut Google-Deutschland-Chef Lars Lehne werden 90 % aller Kaufentscheidungen im Internet begonnen – ganz gleich, ob danach im Online- oder im stationären Handel gekauft wird. Diese Zahlen machen klar, dass, wer heute sein Budget in sinnvolles Online-Marketing steckt, bereits in die Zukunft investiert. Und die steht unmittelbar bevor.

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Die Zukunft des Online-Marketings – ein Schritt in Richtung „Zuordnung“ und „Bedeutung“

In naher Zukunft werden wertvolle Inhalte noch wichtiger werden, als sie jetzt ohnehin schon sind. Das semantische Netz entwickelt sich stetig weiter. Erste Anzeichen sind die auf den Benutzer (mehr oder weniger passend) zugeschnittenen Anzeigen auf Webseiten. Wer sich einmal für ein bestimmtes Thema interessiert hat, bekommt immer wieder die gleiche oder ähnliche Display-Werbung von den Adservern zu seinem Interessensgebiet aufgetischt. Hat man einmal einen Kaufvorgang in einem Online-Shop abgebrochen, kann man sicher sein, dass er Abbildungen dieser Produktgruppe immer wieder in Anzeigen serviert bekommt. Das nervt zwar inzwischen gewaltig, bringt den Werbetreibenden aber den gewünschten Erfolg. Denn, auch wenn ich dieses Mal kein Sporttrikot gekauft habe, so ist, rein statistisch gesehen, die Wahrscheinlichkeit, dass ich es irgendwann doch tun werde, größer, als dass ich mich spontan für Nagellack entscheide. Rein statistisch jedenfalls.

Entwickler, Marketingstrategen und Techniker arbeiten mit Hochdruck an Lösungen, um die unendlich scheinenden Mengen an Informationen im Internet zu organisieren. Die sozialen Netzwerke haben persönliche Daten von Mitgliedern in unvorstellbaren Mengen gehortet. Die warten nur drauf,  bewertet und vor allen Dingen zugeordnet zu werden. Wie wertvoll diese Zuordnung sein kann, hat Facebook bereits erkannt und bereitet seine Umstellung auf Facebook Graph Search vor. Eine Technologie, die die Suche innerhalb des sozialen Netzwerks komplett umkrempeln wird.

Auf anderen Ebenen werden Methoden entwickelt, um die  Bedeutung von Worten und Zeichen auch für Software erkennbar zu machen. Eine wahre Herkulesaufgabe, aber erst dann können Wörter über ihre Taxonomie hinaus mit einem Sinn versehen und zugeordnet werden. Bis dahin sind sie nur Buchstabenkombinationen und haben für Suchmaschinen und andere Programme keine tiefere Bedeutung. Bei dieser Entwicklung zur Bewältigung der enormen Datenmengen spielt auch die Nutzung von künstlicher Intelligenz eine große Rolle.

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Lesen Sie bald mehr zur Entwicklung des Web 3.0

Zu diesen Themen und der weiteren Entwicklung in Richtung semantisches Internet erfahren Sie mehr im dritten Teil unserer Serie “Auf dem Weg ins Web 3.0″, der in Kürze hier auf unserem Blog erscheint. Thema: Google lernt lesen und die Uhr kennen


 

Quellennachweis und weiterführende Links zu diesem Artikel:
* Quelle zur Internetnutzung mit vielen Daten rund um die Internetnutzung: ARD-ZDF Onlinestudie

www.semanticweb.org – Informationen über die Entwicklung des semantischen Internets, Hintergründe und Wiki in englischer Sprache: www.semanticweb.org

 

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